Beitrag in SternTV: Der Euro und die (gefühlte) Inflation

Gestern Abend lief bei SternTV ein sehr guter Beitrag zum Thema „Ist der Euro ein Teuro?“.
Dabei wurde getestet, wie sich die Preise für bestimmte Artikel seit Einführung des Euros verändert haben. Das Gefühl der Verbraucher, dass sich mit der Einführung des Euros die Waren verteuert haben, konnte dabei nicht bestätigt werden. Vielmehr seien die Preise im Schnitt um 4 Prozent gesunken!

Woher kommt dann jedoch das Gefühl, dass trotzdem alles teurer geworden ist? Ganz einfach: In diesem ersten Teil des Tests wurde ein sogenannter „Warenkorb“ zusammengestellt. Genauso geht übrigens das Statistische Bundesamt vor, um die offiziellen Zahlen zu ermitteln. Wer in diesem Zusammenhang von „Inflation“ spricht, liegt allerdings daneben. Diese regelmäßige Ermittlung des Statistischen Bundesamtes wird ja regelmäßig in den Medien, z.B. in der Tagesschau, veröffentlicht. Dabei ist, solange die Redakteure ihr Handwerk verstehen, jedoch nie von Inflation die Rede, sondern richtigerweise eben vom Warenkorb oder dem Verbraucherpreisindex!

Weil der Begriff „Inflation“ aber eben oft falsch verwendet wird, hat sich der Begriff der „gefühlten Inflation“ eingebürgert. Leider legt der Begriff nahe, dass es sich dabei um ein Hirngespinst handelt. Das ist aber nicht so. Die gefühlte Inflation ist eigentlich die echte Inflation, nämlich die, die in unserem Portemonnaie ankommt! Das erklärt sich so:

Die getesteten Waren werden eben nicht alle gleich häufig gekauft, wie es der Verbraucherpreisindex vorsieht, sondern die einen Dinge kauft man häufig, die anderen eben nicht. Haben Sie im letzten Monat ein neues Fahrrad oder Elektronikartikel, wie einen Fernseher oder Computer, gekauft? Wahrscheinlich nicht. Und wenn doch, werden Sie das sicher nicht nächsten Monat wieder machen. Das sind Artikel, die einem spürbaren Preisverfall unterliegen.
Haben Sie im letzten Monat Gemüse, Eier oder Milchprodukte gekauft? Oder sind Sie mit Ihrem Auto gefahren? Bei vielen Lebensmitteln sind die Herstellungskosten in den letzten Jahren immens gestiegen. Die Entwicklung der Spritpreise brauche ich wohl nicht zu kommentieren.

Und da will man Ihnen erzählen, das wäre nur eine gefühlte Inflation ?

Der Beitrag aus SternTV ist hier zu finden: http://www.stern.de/wirtschaft/geld/inflation-reale-gefahr-oder-schreckgespenst-1646588.html

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