HIS-Datenbank: Wagnisdatei wird umgebaut

Es gibt zahlreiche Gründe in dieser Datenbank zu landen, die es lange Zeit offiziell gar nicht gab: Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft, kurz: HIS. Aber auch als „Wagnisdatei“ oder einfach als „schwarze Liste“ ist sie bekannt.

Sie taucht häufig auf, wenn es um die Absicherung von gesundheitlichen Risiken, z.B. über eine eine Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung geht. Wer unter bestimmten Krankheiten leidet, bekommt einen Eintrag, aber genauso derjenige, der in der KFZ- oder Rechtsschutzversicherung „auffällt“. Die Eintragungen sollen im wesentlichen dazu dienen, die Versichertengemeinschaft vor Betrugsversuchen zu schützen. Wohl nicht ganz unberechtigt, denn bei jedem zehnten Schaden in den Sachsparten soll Betrug im Spiel sein. Dafür kommen dann alle anderen Versicherten auf. Aber natürlich ist nicht jeder, der die Kriterien für einen Eintrag erfüllt, ein Betrüger. Deshalb gibt es seit 2009 die Möglichkeit, eine Auskunft anzufordern, und unberechtigte Einträge löschen zu lassen, ähnlich wie bei der Schufa.

Lange hat´s gedauert, denn die Datenbank existiert bereits seit 1993. Zur Zeit gibt es etwa 9 Millionen Datensätze, zur Zeit kommen jährlich etwa 2 Millionen Datensätze dazu. Bisher lagerte sie beim GDV, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. Zum 1. April 2011 zieht sie um.

Ein Grund dafür ist, dass dafür eine von der Versicherungswirtschaft unabhängige Stelle zuständig sein sollte, besonders aus Datenschutzgründen. Diese Aufgabe übernimmt ab dem 01.04.2011 die informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH (informa IRFP).
Aus der bestehenden Datenbank werden nur die seit 2009 gesammelten – immerhin etwa 5 Millonen – Datensätze übernommen. Über Eintragungen, die neu hinzukommen wird der Versicherte ohnehin informiert.
Zu den Kriterien, nach denen die Versicherungsgesellschaften einen Eintrag vornehmen lassen können (aber nicht müssen!) gehören u.a. eine gewisse Schadenhäufigkeit (Rechtsschutz: 4 Fälle innherhalb eines Jahres, andere Sachsparten: 3 Fälle in 24 Monaten) oder besondere Umstände, die auf einen Betrug hinweisen. Dazu gehören in der Autoversicherung Totalschäden, Totalentwendung oder die Abrechnung auf Gutachtenbasis, die einen bestimmten Wert übersteigt, der aber nicht genannt wird.
Auch ein besonders gefährlicher Beruf oder Vorerkrankungen können unter bestimmten Voraussetzungen gemeldet werden. Gesundheitsdaten werden dagegen nicht gespeichert, denn weder Krankenversicherer noch Krankenkassen sind an dem System beteiligt.

Auf ihrer Internetseite bietet informa IRFP die Möglichkeit, eine kostenlose Selbstauskunft aus dem HIS anzufordern.

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One Comments to “HIS-Datenbank: Wagnisdatei wird umgebaut”

  1. […] Früher die nicht *existente* Uniwagnis und Heute ist es die HIS […]

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